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Schreibkompetenz und neue Medien

Applicant Dürscheid Christa
Number 113631
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Deutsches Seminar Universität Zürich
Institution of higher education University of Zurich - ZH
Main discipline German and English languages and literature
Start/End 01.11.2006 - 30.04.2010
Approved amount 460'053.00
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Keywords (10)

Communication; Writing Competence; New Media; Conceptual Orality; Literacy; Internet; Stylistics; Media; Textlinguistics; Idiomaticity

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Im Projekt wird untersucht, ob es einen Einfluss der neuen Medien auf die Schreibkompetenz von Jugendlichen gibt. Als Ausgangspunkt dient die Beobachtung, dass durch die private Nutzung der neuen Medien das Schreiben in unserer Gesellschaft immer mehr Raum einnimmt und insbesondere Jugendliche in ihrer Freizeit mehr schreiben, als sie es noch vor 10 Jahren getan haben. Dabei stellt sich die Frage, ob sich durch dieses Schreiben die Schreibkompetenz der Jugendlichen in normgebundenen Produktionssituationen verändert und sich Kontaktphänomene zwischen den verschiedenen Arten des Schreibens feststellen lassen. In theoretischer Hinsicht gehen wir von einem textlinguistischen Ansatz aus, der um die pragmatischen Parameter der „Situation“ und der „Funktion“ erweitert wurde. Diese erweiterte Auffassung von Textlinguistik leistet auch die Verbindung zum Projektziel, die kommunikative Angemessenheit von Texten und deren Schreibstil erfassen zu können.Als Datengrundlage für die Untersuchung werden zwei grosse Korporaerstellt: ein Korpus von Schülertexten aus dem Deutschunterricht und ein Korpus von Texten aus der privaten schriftlichen Alltagskommunikation Deutschschweizer Jugendlicher in den neuen Medien. Die Texte sollen unter Berücksichtigung und Erweiterung des ‚Zürcher Textanalyserasters’ nach folgenden Kriterien untersucht werden: 1) sprachliche Korrektheit (Orthographie, Grammatik), 2) Lexik (Entlehnungen, Abkürzungen, Akronyme, Inflektiva; umgangssprachliche und mundartnahe Ausdrücke), 3) Idiomatik (Metaphern, Phraseologismen), 4) Textstruktur (Kohäsion, Kohärenz,Konsistenz) und 5) kommunikative Angemessenheit. Wir gehen davon aus, dass die Mehrheit der erhobenen privaten Mitteilungen konzeptionell mündlich und in Mundart verfasst ist. Weiter nehmen wir an, dass das Schreiben von Texten in konzeptioneller Mündlichkeit als auch die Mundartschreibung keinen prägenden Einfluss auf das Schreiben in normgebundenen Situationen hat.Die Auswertung der Texte erfolgt aber nicht nur mit dem erweiteren Zürcher Textanalyseraster, sondern zusätzlich anhand eines eigenen Schreibkompetenz-Modells, das die vier Dimensionen a) Kommunikationsform,b) Textsorte, c) normnahe/normferne Produktionssituation, d) private/öffentliche (darin: schulische) Kommunikation berücksichtigt.Dieses Modell soll in der empirischen Arbeit validiert werden und in derText- und Medienlinguistik künftig dazu verwendet dienen, Texte zu bündeln, vergleichbar zu machen und zu analysieren. Zudem ist geplant, darauf aufbauend situationsbezogene Stilnormen zu formulieren. Darin sehen wir auch ein Umsetzungspotenzial für den Schreibunterricht. So sollen in der letzten Phase des Projekts Vorschläge zur Förderung der Schreibkompetenz erarbeitet werden, die auf dem pragmatischen Stilkonzept aufbauen.
Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

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