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The future of HIV/Aids prevention in the age of normalization. Switzerland in the light of European tendencies

Applicant Kübler Daniel
Number 108435
Funding scheme Project funding (Div. I-III)
Research institution Institut für Politikwissenschaft Universität Zürich
Institution of higher education University of Zurich - ZH
Main discipline Political science
Start/End 01.05.2005 - 30.06.2007
Approved amount 89'511.00
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All Disciplines (2)

Discipline
Political science
Public Health and Health Services

Keywords (7)

HIV; health policy; HIV/Aids prevention policy; normalisation; public health policy; Western Europe; Switzerland

Lay Summary (German)

Lead
Lay summary
Gegenstand des Projekes ist die Entwicklung der HIV/Aids-Prävention in der Normalisierungsphase. Untersucht werden die nationalen HIV/Aids-Präventionspolitiken in Deutschland, Holland und England. Folgende vorläufige Erkennnisse wurden erzielt:

DEUTSCHLAND: An der strategischen Ausrichtung der deutschen Aidspolitik hat sich seit Beginn der Epidemie nichts Grundsätzliches geändert. Zu erwähnen ist jedoch, dass der HIV-Test in der deutschen Aidspolitik seit Beginn des neuen Jahrtausends eine zu-nehmend wichtigere Rolle spielt. Schwierigkeiten werden ausgemacht bei der Suche nach einer angemessenen Strategie zur Verbesserung der Prävention bei MigrantInnen aus Hochprävalenzländern. In institutioneller Hinsicht wird das auf der Bundesebene bestehende Aidssystem als sehr stabil bezeichnet. Im Zentrum dieses Systems stehen - was die HIV/Aids-Prävention anbelangt - die Bundeszentrale für gesundheitliche Auf-klärung zusammen mit der Deutschen Aids-Hilfe sowie dem Gesundheitsministerium, das die beiden Key-Player in der deutschen Aidsprävention finanziert. Die Analyse der Ressourcenentwicklung führt vor Augen, dass die Ausgabenbereitschaft des Gesund-heitsministeriums für diesen Bereich seit Mitte der 90er Jahre in absoluten Zahlen auf einem stabilen Niveau verharrt und auch in absehbarer Zukunft nicht mit mehr Mitteln gerechnet werden darf. Die vorhandenen Ressourcen müssen als eher knapp bezeichnet werden. In die Bresche springen teilweise die privaten Krankenversicherer, die neuer-dings für fünf Jahre Mittel für HIV/Aids-Prävention zur Verfügung stellen.
HOLLAND: Auf strategischer Ebene ist in Holland eine stärkere Integration der HIV/Aids Thematik in den Bereich der sexuell übertragbaren Infektionskrankheiten (STIs) zu beobachten. Zudem fokussiert sich die Politik in diesem Bereich zunehmend auf die Testung. Während Holland noch vor dem Aufkommen von HAART eine Test-entmutigungspolitik verfolgte, wird in den letzten Jahren der HIV-Test viel stärker pro-pagiert. Die HIV/Aids-präventiven Anstrengungen im Migrationsbereich sind bis jetzt eher punktuell und wenig koordiniert erfolgt. Dieser Missstand soll mit der Neulancie-rung eines Migrations-Programms jedoch behoben werden. In institutioneller Hinsicht findet in Holland im HIV/Aids Policy-Netzwerk gegenwärtig eine Zentralisierung statt. Diese wird zum einen damit begründet, dass die Steuerungsmöglichkeiten des Gesund-heitsministeriums erhöht werden, wenn weniger Ansprechpartner vorhanden sind. Zum anderen werden auch Sparbemühungen seitens der Regierung als Gründe angeführt, da Zentralisierungen in der Regel mit Kostensenkungsmassnahmen verbunden sind. Be-züglich der Ressourcenentwicklung ermöglichen die verfügbaren Unterlagen leider keine exakte Beurteilung. Jedoch deuten die Aussagen der befragten Spezialisten darauf hin, dass die von der Regierung vorangetriebene Propagierung der HIV-Testung zulas-ten von Präventionsbemühungen gehen könnte.
ENGLAND: Auf strategischer Ebene gibt es Hinweise, dass auch in England HIV/Aids in den letzten Jahren vermehrt in das übergeordnete Thema ‚Sexual Health’ integriert wurde. Auch in England wird der HIV-Test seit Beginn des neuen Jahrtau-sends in einem viel stärkeren Ausmass als früher propagiert. Bezüglich der von HIV/Aids besonders stark betroffenen Bevölkerungsgruppen aus Sub-Sahara-Afrika wurden Strategiepapiere ausgearbeitet. Inwiefern jedoch aus diesen Papieren präventive Angebote abgeleitet wurden bleibt unklar. Institutionelle Veränderungen sind auf den ersten Blick keine auszumachen, ist doch das System der auf der nationalen Ebene täti-gen Akteure sehr stabil geblieben. Auf den zweiten Blick wird jedoch deutlich, dass im staatlichen Bereich eine Dezentralisierung, im NGO-Bereich jedoch eine Zentralisierung stattgefunden hat. Eine Analyse der Ressourcenentwicklung erwies sich als schwierig, da keine verlässlichen Angaben darüber vorliegen, wie sich die staatlichen Ausgaben im HIV/Aids-Bereich entwickelt haben. Von einer Mehrheit der Befragten werden die den NGOs zur Verfügung stehenden jedoch Mittel als ziemlich angespannt beurteilt. Auch bei den staatlichen Primary Care Trusts ist die Ressourcenlage angespannt. Es liegt auf der Hand, dass hier bei knappen Ressourcen eher Angebote im Präventionsbereich unter Druck geraten als der für HAART zuständige klinische Bereich.

Direct link to Lay Summary Last update: 21.02.2013

Responsible applicant and co-applicants

Employees

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Number Title Start Funding scheme
68274 The future of HIV/Aids prevention in the age of normalization. Switzerland in the light of European tendencies 01.09.2002 Project funding (special)

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